Fachgruppe Ergotherapie
Willkommen auf der Seite der Fachgruppe Ergotherapie im Fachbereichstag Therapiewissenschaften (FBTT)!
Die Fachgruppe Ergotherapie (FG-ET) versteht sich als ein kollegiales, bundesweites Netzwerk von Professor:innen und wissenschaftlich tätigen Vertreter:innen der Ergotherapie an Hochschulen. Sie ist Teil des Fachbereichstags Therapiewissenschaften (FBTT), der 2023 gegründet wurde, um die Interessen der therapiewissenschaftlichen Disziplinen im deutschen Hochschulsystem sichtbar zu machen und aktiv mitzugestalten. Ziel ist es, die wissenschaftliche Fundierung, die Qualität von Studium und Lehre sowie die Weiterentwicklung der Therapieprofessionen nachhaltig zu stärken.
In der FG-ET kommen Hochschulen zusammen, die unter anderem Ergotherapie als Studiengang vertreten. In einem kontinuierlichen Austausch werden aktuelle Entwicklungen diskutiert, gemeinsame Positionen erarbeitet und Impulse für die Weiterentwicklung der Disziplin gesetzt. Dabei geht es nicht nur um hochschulpolitische Fragen, sondern auch um die inhaltliche Ausgestaltung der Ergotherapie als wissenschaftliche Disziplin – von der Qualifikationsentwicklung über Forschungsfragen bis hin zur praktischen Ausbildung unter hochschulischer Verantwortung.
Ziele der FG-ET
Ein zentrales Anliegen der ET-FG ist die Stärkung der Ergotherapie als akademisches Fach bzw. Disziplin. Trotz wachsender Bedeutung ist Ergotherapie im Hochschulsystem noch ein vergleichsweise kleines und unbekanntes Fach. Die FG-ET entwickelt und schärft gemeinsame Standards, insbesondere durch Qualifikationsprofile für Bachelor-, Master- und Promotionsniveau, die Kompetenzen von Absolvent:innen beschreiben und ihren Beitrag zu einer evidenzbasierten Gesundheitsversorgung verdeutlichen. Umso wichtiger ist es, gemeinsame Standards zu entwickeln und sichtbar zu machen. Dabei arbeitet die ET-FG kooperativ und im regelmäßigen Austausch mit den Fachgruppen Physiotherapie und Logopädie/Sprachtherapie, um gemeinsame Anliegen zu bündeln und die Therapiewissenschaften insgesamt zu stärken.
Die ET-FG versteht sich als Stimme der Ergotherapie in wissenschafts- und bildungspolitischen Prozessen. Über den FBTT ist sie in die Konferenz der Fachbereichstage eingebunden und beteiligt sich an Stellungnahmen und Diskursen zur Akademisierung der Gesundheitsberufe. Vor dem Hintergrund internationalen Nachholbedarfs setzt sie sich für Rahmenbedingungen ein, die eine hochwertige wissenschaftliche Qualifikation und klare berufliche Perspektiven über alle Qualifikationsstufen hinweg ermöglichen.
Konkrete Arbeitspakete der FG-ET sind:
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Entwicklung und Publikation eines Qualitätsprofils für die Ergotherapie Bachelor-Niveau (QVW Qualitätsprofil)
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Entwicklung und Publikation eines Qualitätsprofils für die Ergotherapie Master-Niveau
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Entwicklung und Publikation eines Qualitätsprofils für die Ergotherapie PhD-Niveau
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Stellungnahmen, Eckpunktpapiere oder Konzeptpapiere zu Themen an der Schnittstelle Ergotherapie-Hochschulen/Akademisierung/Bildungs-/Gesundheits-/Berufspoliltik
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Eingliederung in das Hochschulsystem, z.B. durch Kartierung Kleiner Fächer (QVW)
Die Themen der FG-ET sind relevant für Studierende, Lehrende, Forschende sowie an alle, die sich für die Zukunft einer akademisierten Ergotherapie und der Therapiewissenschaften interessieren. Gerne können hier auch relevante Informationen zu Veranstaltungen, Publikationen, Events, politische Entwicklungen und dergleichen veröffentlicht werden (bitte die Anfragen an kraus@ash-berlin.eu schicken).
Die Fachgruppe Ergotherapie lädt dazu ein, diesen Weg gemeinsam zu gestalten – im Dialog, im Austausch und mit dem Anspruch, die Versorgung von Menschen durch wissenschaftlich fundierte Ergotherapie nachhaltig zu verbessern.
Mitglieder & Interessensvertreter:innen
Die FG-ET setzt sich aus Mitgliedern unterschiedlicher Statusgruppen zusammen. Ordentliches FBTT-Mitglied sind die Professor:innen, deren Hochschulen Mitglied im FBTT sind und die sie vertreten. Die Professor:innen haben alle eine Grundausbildung als Ergotherapeut:in, müssen dies aber nicht als Schwerpunkt oder Denomination ihrer Professur haben. Wer sich in diesem Kontext der FG-ET anschließen möchte, auch wenn die eigene Institution kein Mitglied ist, kann als sogenanntes Mitglied FG-ET Arbeitsgruppe mitwirken. Bei den Publikationen können nur ordentliche FBTT-Mitglieder, die entsprechend mitgearbeitet haben, als Autor:innen gelistet werden.
Um den Wirkungskreis des FBTT und der ET-FG zu verstehen, gilt es, die wichtigsten Interessensvertereter:innen in den Blick zu nehmen. Die Ziele der wissenschaftlichen Fachgesellschaften für Ergotherapie (DGEW https://www.dgew.info/ ) und die Deutsche Gesellschaft für Occupational Science (dOS https://www.occupationalscience.de/ ) sind eng mit denen des FBTT verbunden, wobei der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Fachgesellschaften auf Forschung und Wissenschaft liegt, während beim FBTT hochschulische Qualifikation und Standards im Fokus stehen. Der politische Wirkungskreis des FBTT/FG-ET ist die hochschulische Bildungslandschaft und die Gesundheitspolitik. Auch die Berufsverbände sind zentrale Interessensvertreter:innen, da sie die Brücke zur Praxis und zur Berufspolitik darstellen. Eine enge Zusammenarbeit mit den wesentlichen Interessensvertreter:innen ist unabdingbar für die Weiterentwicklung der Therapieprofessionen.
Die Ergotherapie ist seit 2025 in Deutschland offiziell als sogenanntes „Kleines Fach“ anerkannt worden – ein wichtiger Meilenstein für ihre Sichtbarkeit und wissenschaftliche Verankerung im Hochschulsystem!
Damit wird Ergotherapie erstmals als eigenständige akademische Disziplin ausgewiesen. Die Einordnung als „Kleines Fach“ bedeutet nicht, dass die Ergotherapie von geringer Bedeutung ist – im Gegenteil: Kleine Fächer stehen für spezialisierte, oft interdisziplinär ausgerichtete Wissenschaftsbereiche, die mit einer vergleichsweise geringen Anzahl an Professuren vertreten sind, aber einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt, Qualität und Weiterentwicklung von Forschung und Lehre leisten.
Die Anerkennung basiert auf klaren wissenschaftlichen Kriterien. Dazu gehören unter anderem ein gemeinsames Selbstverständnis als eigenständige Disziplin, vorhandene Fachgesellschaften sowie die institutionelle Verankerung an Hochschulen. Diese Voraussetzungen erfüllt die Ergotherapie zunehmend – durch ihre Studiengänge, ihre Forschungsaktivitäten und ihre fachliche Weiterentwicklung.
Diese Anerkennung stärkt die Position der Ergotherapie im wissenschaftlichen und hochschulpolitischen Kontext, erhöht ihre Sichtbarkeit und schafft eine wichtige Grundlage für die weitere Disziplinentwicklung. Zudem unterstreicht sie die wachsende Bedeutung einer evidenzbasierten, wissenschaftlich fundierten Ergotherapie für eine moderne und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung. Die FG-ET und der FBTT verstehen diese Entwicklung als Auftrag, die akademische Profilbildung weiter voranzutreiben und die Ergotherapie als eigenständiges Fach im Hochschulsystem nachhaltig zu etablieren.
https://www.kleinefaecher.de/kartierung/kleine-faecher-von-a-z/ergotherapie
Qualifikationsprofile in der Ergotherapie – Orientierung durch den Hochschulqualifikationsrahmen (HQR)
Qualifikationsprofile sind ein zentrales Instrument für die Entwicklung und Beschreibung akademischer Studiengänge. Sie machen transparent, welche Kompetenzen Absolvent:innen auf unterschiedlichen Qualifikationsniveaus erwerben und wie diese Kompetenzen im beruflichen und gesellschaftlichen Kontext wirksam werden. Grundlage hierfür bildet in Deutschland der Hochschulqualifikationsrahmen (HQR), der die Anforderungen für Bachelor- und Masterabschlüsse systematisch beschreibt.
Für die Ergotherapie gewinnen solche Qualifikationsprofile zunehmend an Bedeutung. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Professionalisierung, indem sie ein gemeinsames Verständnis darüber schaffen, was wissenschaftlich qualifizierte Ergotherapeut:innen auszeichnet. Gleichzeitig bieten sie Orientierung für Hochschulen bei der Entwicklung von Studiengängen, für Studierende bei der Einordnung ihrer Kompetenzen und für Praxis sowie Politik bei der Einschätzung von Rollen und Aufgaben.
Aktuell arbeitet die FG-ET an einem Qualifikationsprofil auf Bachelor-Niveau. Ziel ist es, die spezifischen fachlichen, wissenschaftlichen und professionellen Kompetenzen klar zu beschreiben, die für eine qualitätsgesicherte und evidenzbasierte ergotherapeutische Praxis erforderlich sind. Darauf aufbauend wird perspektivisch ein Qualifikationsprofil für das Master-Niveau entwickelt, das erweiterte Kompetenzen etwa in Forschung, Leitung, Konzeptentwicklung und interprofessioneller Zusammenarbeit abbildet.
Die Entwicklung solcher Profile ist nicht nur ein fachinterner Prozess, sondern auch ein wichtiger Schritt in der hochschul- und gesundheitspolitischen Positionierung der Ergotherapie. Diese Profile tragen dazu bei, die Disziplin klarer zu konturieren, ihre Anschlussfähigkeit im nationalen und internationalen Kontext zu stärken und langfristig eine hochwertige Versorgung sicherzustellen. Die FG-ET versteht die Arbeit an Qualifikationsprofilen daher als einen zentralen Baustein für die Weiterentwicklung der Ergotherapie als akademische Disziplin und Profession.
Kontakt
Sprecherin: Elke Kraus
